Stadtportrait

Sehenswürdigkeiten


Borngaßschule

Die erste Schule in Pfungstadt gab es bereits um 1560 und wurde von der evangelischen Kirche unterhalten. Über die Jahrhunderte hinweg wurde die Anzahl der einzelnen Klassen immer weiter ausgebaut.


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    Der Bevölkerungsanstieg durch die Entwicklung der Pfungstädter Industriezweige und den damit verbundenen Zuzug von Arbeitskräften sowie einer hohen Geburtenrate im beginnenden 19. Jahrhundert machte die Einrichtung einer weiteren Schule notwendig. Die Gemeinde Pfungstadt ließ 1837/38 in der Borngasse die Schule erbauen, die nach der Straße benannt wurde – die „Borngaßschule“. Lange Zeit diente sie jedoch nicht mehr dem eigentlichen Zweck. Ende der 1920er Jahre demonstrierten viele Einwohner vor dem Gebäude, in dem sich eine Nebenstelle des Darmstädter Arbeitsamtes befand und welche geschlossen werden sollte. Die Schließung konnte jedoch vom Gemeinderat abgewendet werden. Am 1. Juli 1954 zog in die eigens dafür umgebauten Räume das Postamt ein. Zum Hessentag 1973 wurde im Ober- und Dachgeschoss das Heimatmuseum (heute Stadtmuseum) eingerichtet, im Untergeschoss zog die Städtische Bücherei ein.



Alte Remise der Zündholzfabrik Büttel

Die Zündholzfabrikation gehörte in Pfungstadt zu den Industriezweigen, die hier lange ansässig waren. Carl Walger gründete bereits 1851 die erste Streichholzfabrik.

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    Ihm folgten Johann Schäfer, Ludwig Horst, Adam Nöller, Jacob Gandenberger und Christoph BüttelDie Zündholzfabrik von Christoph Büttel (gegründet 1876) bestand von allen Betrieben am längsten, nämlich 96 Jahre. Die Fabrikationsgebäude seiner Firma befanden sich zwischen der Rügnerstraße und der Eberstädter Straße. Von diesen stehen, bis auf die Remise, keine mehr. Heute befinden sich in der ehemaligen Wagenhalle die Räume des Museumsvereins, in denen wechselnde Ausstellungen die Pfungstädter Industriegeschichte den interessierten Besuchern nahe gebracht werden.



Kulturhaus ehemalige Synagoge

Im Brandkataster von 1812 findet man folgenden Eintrag: „Ist von der Judenschaft zur Synagoge erkauft worden und unten eingetragen. 18. Februar 1820“.

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    Auf dem Gelände der Synagoge, welche sich heute noch im gleichen Zuschnitt befindet, wie vor fast 200 Jahren, standen ein „Neuhaus mit Nebenbau und Schweineställe“. Mit dem Kauf des Grundstücks bildete sich hier das Zentrum der jüdischen Gemeinde. Das größere der beiden Gebäude, das Neuhaus, wurde als Synagoge genutzt. In dem kleineren „Nebenbau“ tagte der Gemeindevorstand und die Kinder erhielten hier Religionsunterricht. Im Jahr 1895 erhielt dieser einen Anbau, in dem die Mikwe, ein Tauchbad, das zur Reinigung diente, eingerichtet wurde. Im Obergeschoss des Gebäudes befand sich eine kleine Wohnung des Vorsängers, gelegentlich wohnten hier auch zugezogene Mitglieder, bis sie eine anderweitige Unterkunft gefunden hatten.

    In der Pogromnacht 1938 wurde die Inneneinrichtung der Synagoge und die des Gemeindehauses vollständig zerstört. Der sehr engen Bebauung ist es zu verdanken, dass beide Gebäude kein Raub der Flammen wurden. 1939 musste der letzte Vorsitzende der jüdischen Gemeinde das Gebäude an den hiesigen Ortsbauernführer verkaufen. Ab diesem Zeitpunkt wurde die Synagoge als Lagerraum für die landwirtschaftliche Absatzgenossenschaft genutzt und im Innern wurde eine Zwischendecke eingezogen. Der entstandene Raum wurde erst als Materialraum verwendet, später als Wohnraum vermietet.
    1990 erwarb die Stadt Pfungstadt das Gelände und sanierte die Synagoge ab 1999. Heute finden im „Kulturhaus ehemalige Synagoge“ kulturelle Veranstaltungen, Führungen, Besichtigungen und Trauungen statt. In das früher sanierte ehemalige Gemeindehaus konnte bereits 1999 das Stadtarchiv Pfungstadt einziehen.



Frankensteiner Mühle und Büchner-Villa

Wilhelm Büchner, ein jüngerer Bruder des Dichters und Schriftstellers Georg Büchner, kaufte 1845 die Frankensteiner Mühle und richtete dort seine 1842 zusammen mit Dr. Hermann Wilckens in Darmstadt gegründete Ultramarinfabrik ein.

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    Neben Ultramarin produzierte man auch Lacke, Firnisse und künstliches Elfenbein. Als die Partnerschaft mit Dr. Wilckens 1848 beendet wurde, betrieb Büchner das Unternehmen alleine unter dem Namen „Wilhelm Büchner“ weiter.
    Büchner, der im Obergeschoss der Mühle mit seiner Familie wohnte, plante bereits 1860 eine Villa für Wohn- und Repräsentationszwecke. Zur Grundsteinlegung kam es drei Jahre später und 1864 zog die Familie in die neuen Räume ein. Im Erdgeschoss befanden sich neben dem Arbeitszimmer die repräsentativen Zimmer für den Empfang von Gästen und Feierlichkeiten. Das Obergeschoss war der Wohnbereich für die Familie.
    Nach dem Tod Wilhelm Büchners 1892 und der Schließung der Ultramarinfabrik im selben Jahr verpachtete seine Witwe Elisabeth und sein Sohn Ernst die Gebäude an verschiedene Gewerbebetriebe. Bis zu ihrem Tod 1908 wohnte Elisabeth weiter in der Villa.
    1933 zog der Reichsarbeitsdienst in die Frankensteiner Mühle, in Pfungstadt auch „Herrenhaus“ genannt, in die Villa ein. Auch Zwangsarbeiter wurden im Zweiten Weltkrieg auf dem Gelände untergebracht.
    Zwischen 2005 und 2010 wurde die Villa saniert und restauriert. Heute ist das Erdgeschoss der Villa für kulturelle Veranstaltungen und für Hochzeiten zu mieten.



Das Pfungstädter Moor

Das Pfungstädter Moor ist durch die Verlegung des Neckars entstanden, welcher in vorgeschichtlicher Zeit entlang der Bergstraße und durch unsere Gemarkung floss, bis dieser letztendlich im Ried in den Rhein mündete.


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    Neben den vielen seltenen Pflanzen, die hier wachsen, nisten auch zahlreiche Vogelarten im Moor und nicht selten sieht man im Sommer an der Modau Reiher sitzen, die nach Fischen Ausschau halten.
    In Pfungstadt gab es einst viele Störche, die in den fischreichen Gewässern ausreichend Nahrung für ihre Küken fanden. Davon zeugt auch noch das Storchennest, welches sich auf dem Dach des Rathauses befindet.
    Auch zur Pfungstädter Industriegeschichte trug das Moor ebenfalls bei. Im 19. und beginnenden 20. Jahrhundert wurde Torf abgebaut, der als Heizmaterial in vielen Wohn- und Fabrikgebäuden genutzt wurde. Daneben konnte hier auch Schilfrohr geerntet werden. Das Pfungstädter Moor ist heute ein Naturschutzgebiet.



Galgen

Der historische Galgen von Pfungstadt An der Straße zwischen Pfungstadt und Eberstadt steht der Galgen, die erhaltene Richtstätte des Mittelalters. Jener ist ein Überrest der Zent (Gericht) und besteht aus drei steinernen Säulen.

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    Als ehemaligem Gerichtsort waren Pfungstadt die Orte Hahn, Eich, Eschollbrücken, Griesheim, Eberstadt, Nieder-Ramstadt, Traisa, Waschenbach und Nieder-Beerbach zugeordnet. Das Gericht tagte, wie es in einem Weistum von 1493 heißt, „in dem Dorf auf dem plane nach dem born“, das heißt am Rathaus in der heutigen Borngasse.
    Hinrichtungen durch den Strang waren öffentlich und sollten als Abschreckung dienen. Daher wurden die Galgen in der Nähe von Verkehrswegen errichtet. Hinrichtungen sind nicht überliefert, aber es befindet sich an einer Säule eine Tafel mit der Inschrift: „ Hier wurde der Leichnam des Posträubers Kiefer, genannt Katzof, der mit Gundermann am 23. April 1780 die Post berauben wollte, eingescharrt; er starb im Stockhaus an Läusefraß.“



Historisches Rathaus

In den Jahren 1614 bis 1618 wurde das Rathaus an einer verkehrswichtigen und bedeutenden Stelle erbaut. Hier macht die Modau den Bogen nach Süden, das Unter- trifft auf das Oberdorf und die von der Bergstraße kommende Handelsstraße geht weiter in die Richtungen nach Mainz, Frankfurt und Worms.

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    Das Gebäude selbst wurde auf zwei Tonnengewölben direkt über der Modau erbaut, wobei einige Pfeiler direkt im Wasser standen und an einem dieser Pfeiler befand sich der Pranger.
    Nicht im, sondern vor dem Rathaus tagte das Zentgericht: „auf dem plane bei dem born“; dies bedeutet: auf dem Platz (plane) bei der Quelle (born). Zusammen mit der evangelischen Kirche bildet das Rathaus eine religiöse und politische Achse und gehörte somit zum Mittelpunkt des Dorfes.
    Bis 1922 stand vor dem Rathaus eine große Linde, die ungefähr 100 Jahre alt gewesen sein musste und seit 1912 unter Naturschutz stand. Durch einen Gewittersturm am 1. März 1922 stürzte der Baum um. Jahrzehntelang wurde kein neuer gepflanzt, erst bei einer Umgestaltung des Rathausvorplatzes in den 1990er Jahren wurde wieder eine Linde angepflanzt.




Rüster

Die Ulme, im Volksmund auch Rüster oder Reest genannt, steht in der Flur „Hinter der Steinmauer“ direkt an der A67 und ist mehrere hundert Jahre alt. Dieser Baum hat einen sehr hohen Wuchs und einen Stamm mit einem Umfang von ca. 5 Metern.

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    Durch die weitausladende Krone bietet die Rüster im Sommer ein schönes schattiges Plätzchen. Damit der Stamm noch lange erhalten bleibt, wurde dieser stellenweise mit Beton ausgefüllt, um der Fäulnis entgegenzuwirken. Als ein bemerkenswerter Baum Hessens steht die Reest unter Naturschutz.