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natur- und landschaftspflege
Neue Infotafel zu den „Steinkauz-Wiesen“ in Pfungstadt – Umweltbildung und Artenschutz im Fokus

Der Steinkauz gilt als kleinste heimische Eulenart und ist zugleich eine sogenannte Leitart für strukturreiche Kulturlandschaften. Sein Vorkommen weist auf intakte, vielfältig gegliederte Lebensräume hin. Entsprechend stehen die spezifischen Lebensraumanforderungen des Steinkauzes im Mittelpunkt der Infotafel: Benötigt werden offene, reich strukturierte Flächen mit Streuobstwiesen, extensiv genutzten Wiesen sowie lockerem Baumbestand.
Von zentraler Bedeutung für den Erhalt der Art sind ein ausreichendes Nahrungsangebot sowie geeignete Brutplätze. Der Steinkauz ist auf Baumhöhlen oder speziell angebrachte Nistkästen angewiesen, während seine Nahrung insbesondere aus Insekten und Kleinsäugern wie Feldmäusen besteht. In diesem Zusammenhang wird auch auf die wichtige Rolle des Steinkauzes bei der natürlichen Schädlingsregulation hingewiesen.
Ein besonderer Fokus liegt auf Streuobstbeständen, die als historisch gewachsene und ökologisch wertvolle Lebensräume eine Schlüsselrolle im Biotopgefüge einnehmen. Gleichzeitig wird auf den deutlichen Rückgang der Steinkauzpopulation im 20. Jahrhundert aufmerksam gemacht, der maßgeblich durch Flurbereinigung und den Verlust von Obstwiesen verursacht wurde.
Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, werden in der freien Landschaft (Feld und Flur) gezielte Maßnahmen umgesetzt. Dazu zählen insbesondere die Neupflanzung von Obstbäumen sowie die Schaffung und Aufwertung geeigneter Habitate. Neben ihrem ökologischen Wert leisten Obstbäume auch einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz, etwa durch Windschutz, Kühlung der Landschaft und die Stabilisierung lokaler Ökosysteme.
Ein abgestimmtes Pflegekonzept stellt sicher, dass die Flächen durch extensive landwirtschaftliche Nutzung offengehalten werden. Dies ist eine wesentliche Voraussetzung für die Jagdbedingungen des Steinkauzes. Darüber hinaus wird durch die gezielte Vernetzung von Wiesen, Hecken und Obstbäumen der Biotopverbund gestärkt und bestehende Ost-West-Verbindungen werden verbessert.
Das Projekt ist das Ergebnis einer erfolgreichen Zusammenarbeit mehrerer Akteure: Die Stadt Pfungstadt stellt die Flächen bereit, ein landwirtschaftlicher Betrieb übernimmt die Pflege, der NABU betreut die Brutröhren, und der Landschaftspflegeverband koordiniert Planung und Umsetzung der Maßnahmen.
Neben dem Naturschutz wird auch die multifunktionale Nutzung der Feldflur betont. Diese dient gleichermaßen der Erholung, der landwirtschaftlichen Produktion sowie der Förderung der biologischen Vielfalt. In diesem Zusammenhang wird die Bevölkerung ausdrücklich um Mithilfe gebeten: Ein verantwortungsvolles Verhalten, wie beispielsweise die Entfernung von Hundekot, trägt wesentlich zur Sicherung der Futterqualität für die Tierwelt bei.
Mit der neuen Infotafel und den begleitenden Maßnahmen verfolgt die Stadt Pfungstadt das langfristige Ziel, den Lebensraum des Steinkauzes nachhaltig zu sichern und weiter zu verbessern. Die Initiative steht exemplarisch für einen kooperativen und zukunftsorientierten Naturschutz vor Ort.
Die NABU-Ortsgruppe Pfungstadt ist Teil des NABU Deutschland und engagiert sich seit 1968 für den Natur- und Landschaftsschutz vor Ort. Zu ihren Aufgaben zählen unter anderem die Betreuung zahlreicher Nistkästen, die Pflege von Streuobstwiesen sowie die Mitwirkung am Schutz wertvoller Lebensräume im Stadtgebiet. In enger Zusammenarbeit mit dem NABU-Kreisverband Darmstadt-Dieburg werden zudem Steinkauz-Nistkästen betreut und gepflegt. Die Ortsgruppe lädt interessierte Bürgerinnen und Bürger – insbesondere junge Menschen – herzlich ein, sich aktiv einzubringen und Mitglied zu werden. Ansprechpartner ist Herr Gerhard Leichtweiß, erreichbar per E-Mail unter gerhard.leichtweiss@web.de.

