Stadtchronik


Das Hahner Wappen ist erstmals auf einem Siegelbild von 1623 überliefert. Es ist aber anzunehmen, daß es sich - wie bei den anderen Gerichtssiegeln auch -, um den Neuschnitt eines schon vorher in Gebrauch befindlichen Siegelstempels handelt. Im frühen 19.Jahrhundert war aus dem Bogen ein Halbmond geworden. In einem Gutachten des Hessischen Staatsarchivs Darmstadt von 1963, das der Genehmigung zur Führung eines Ortswappens voranging, wird das Wappenbild als ein altes Gemarkungszeichen gedeutet, "bei dessen Entstehung die religiös bewegte Vorstellungswelt des 17. Jahrhunderts mitgesprochen haben dürfte". Der vorgesehenen Farbgebung wird insofern beigepflichtet, als dass die älteste hoheitsrechtliche Überlieferung (1484) Hahn als Frankensteinisches Lehen ausweist und die Herren von Frankenstein ein Wolfseisen in Gold in ihrem Wappen führten.



Der Dreißigjährige Krieg setzte dem Aufschwung ein jähes Ende. Marodierende Truppen aller Kriegsparteien zogen plündernd und brandschatzend durch das Land und legten große Teile der Ortschaften in Schutt und Asche. Die Straßen und Wege, die bis dahin von Händlern genutzt worden waren und den Reichtum Pfungstadts gefördert hatten, wurden nun zu Einfallstoren der Soldaten. Man kann davon ausgehen, dass kein Haushalt unbeschädigt blieb. Und es dauerte fast zwei Jahrhunderte, bis man den Zustand von 1619 wieder erreichte.



Ein noch heute sichtbarer Ausdruck des Aufschwunges war der Bau des Rathauses, das zwischen 1614 und 1618 entstand. Über der Modau wurden zwei Tonnengewölbe erbaut, darüber ein zweigeschossiger Massivbau mit einem geschweiften Giebel. Im unteren Geschoss richtete man eine offene Halle, im Obergeschoss einen Ratssaal ein. Zwei weithin sichtbare Sonnenuhren schmückten seit spätestens der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts den östlichen Giebel und die Südseite des Gebäudes. Vor dem Rathaus befand sich der Marktplatz, auf dem in regelmäßigen Abständen das Zentgericht tagte und auch der alljährliche Jakobsmarkt, der Jahrmarkt am Jakobitag (25. Juli) stattfand. An dieser Stelle befindet sich heute das Volksbankgebäude.



Das erste Gerichtssiegel von Eschollbrücken liegt uns aus dem Jahre 1581 vor. Das darin abgebildete Zeichen ist schwer zu deuten: Im Hessischen Wappenbuch wird es als Ringflasche bezeichnet, die Annahme, dass es sich um die Darstellung einer Pfanne handelt, wurde verworfen. Im Heimatbuch der Stadt Pfungstadt (Pfungstadt. Vom fränkischen Mühlendorf zur modernen Stadt, Pfungstadt 1985) wird das Symbol als Ortszeichen beziehungsweise als ehemalige Hausmarke eines maßgebenden Eschollbrücker Schöffen gedeutet. Nach eingehender Beschäftigung mit dem Eschollbrücker Wappen äußerte das Hessische Staatsarchiv Darmstadt 1960 die Vermutung, dass es sich "bei dem dargestellten Gegenstand eher um ein Symbol der Gerichtshoheit handeln könnte". Man dachte dabei an ein Halseisen, dessen einer Ring um den Hals des Delinquenten gelegt, während der andere zum Festschließen an einem öffentlichen Platz benötigt wurde. In dem Gutachten wurde gleichzeitig der Vorschlag gemacht, zu dem als Halseisen gedeuteten Symbol drei silberne Rauten treten zu lassen, die im Wappen der Herren von Walbrunn erhalten sind. Diese besaßen im 15. und 16. Jahrhundert die Gerichtshoheit zu Eschollbrücken. Die Vermutung von Herrn Dr. Lehning, Vorsitzender des Eschollbrücker Vereins für Heimatgeschichte, geht in eine ähnliche Richtung, allerdings stehen seiner Meinung nach die beiden Kreise für die Verbindung zwischen der Burg der Herren von Eschollbrücken und eines in ihrem Besitz befindlichen Landgutes mit Namen "dir Chirwilre" (Kirchweiler), das teilweise bis an die Burg heranreichte. In diesem Fall würde das Symbol aus dem 12. beziehungsweise 13. Jahrhundert stammen.


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