1581 n. Chr. Das Wappen von Eschollbrücken

Das erste Gerichtssiegel von Eschollbrücken liegt uns aus dem Jahre 1581 vor. Das darin abgebildete Zeichen ist schwer zu deuten: Im Hessischen Wappenbuch wird es als Ringflasche bezeichnet, die Annahme, dass es sich um die Darstellung einer Pfanne handelt, wurde verworfen. Im Heimatbuch der Stadt Pfungstadt (Pfungstadt. Vom fränkischen Mühlendorf zur modernen Stadt, Pfungstadt 1985) wird das Symbol als Ortszeichen beziehungsweise als ehemalige Hausmarke eines maßgebenden Eschollbrücker Schöffen gedeutet. Nach eingehender Beschäftigung mit dem Eschollbrücker Wappen äußerte das Hessische Staatsarchiv Darmstadt 1960 die Vermutung, dass es sich "bei dem dargestellten Gegenstand eher um ein Symbol der Gerichtshoheit handeln könnte". Man dachte dabei an ein Halseisen, dessen einer Ring um den Hals des Delinquenten gelegt, während der andere zum Festschließen an einem öffentlichen Platz benötigt wurde. In dem Gutachten wurde gleichzeitig der Vorschlag gemacht, zu dem als Halseisen gedeuteten Symbol drei silberne Rauten treten zu lassen, die im Wappen der Herren von Walbrunn erhalten sind. Diese besaßen im 15. und 16. Jahrhundert die Gerichtshoheit zu Eschollbrücken. Die Vermutung von Herrn Dr. Lehning, Vorsitzender des Eschollbrücker Vereins für Heimatgeschichte, geht in eine ähnliche Richtung, allerdings stehen seiner Meinung nach die beiden Kreise für die Verbindung zwischen der Burg der Herren von Eschollbrücken und eines in ihrem Besitz befindlichen Landgutes mit Namen "dir Chirwilre" (Kirchweiler), das teilweise bis an die Burg heranreichte. In diesem Fall würde das Symbol aus dem 12. beziehungsweise 13. Jahrhundert stammen.