„exit RACISM“ – Rassismuskritisch denken lernen

Online-Lesung mit der Autorin Tupoka Ogette erreicht über 80 Gäste aus dem Kreis Offenbach und weit über dessen Grenzen hinaus

Über 80 Zuhörende haben sich am vergangenen Montagabend im Gespräch mit der Autorin Tupoka Ogette eingefunden, um hinzuhören und nachzudenken über persönlichen und strukturellen Rassismus sowie den Umgang damit.

Zu der interaktiven und multimedialen Lesung „Exit RACISM.  Rassismuskritisch denken lernen“ luden die Partnerschaften für Demokratie der Städte Dietzenbach, Langen, Stadt und Kreis Offenbach sowie Pfungstadt ein. Die Veranstaltung wurde mit Mitteln des Programms „Demokratie leben!“ des Bundesfamilienministeriums und des Lands Hessen gefördert.

In ihrem „lesbaren Workshop“, arbeitete die Diversity-Trainerin und ausgewiesene Expertin für Vielfalt und Antidiskriminierung, Tupoka Ogette, mit der Gegenüberstellung von Textpassagen, Einspielern mit Statements ehemaliger Seminarteilnehmenden und ihrer persönlichen Auseinandersetzung mit Rassismen sowie im direkten Austausch mit der Hörerschaft.

Die Autorin adressiert insbesondere ihre weiße Zuhörerschaft, einen Blick hinter die Fassade von „Happyland“ zu riskieren und der Fratze des omnipräsenten Rassismus – dem sich Betroffene tagtäglich ausgesetzt sehen – innerhalb der deutschen Gesellschaft ins Gesicht zu sehen. Ogette hatte gute Argumente, warum dieser Ausstieg aus der Bequemlichkeit des selbstversichernden Wohlfühlorts
„Happyland“, wo Rassismus keine Rolle spiele, ein Relikt der Vergangenheit sei oder nur ausgewiesene (Neo-)Nazis beträfe, so wichtig ist. Denn während Schwarze oder People of Color keinen Zugang zu diesem exklusiven Zufluchtsort haben, haben weiße Menschen den Luxus der Wahl, sich mit Rassismus zu beschäftigen. Dafür muss die rosarote Happyland-Brille abgelegt werden und auch dort hingeschaut werden, wo es unangenehm wird und weh tut. Die „Happylander*innen“ sind also gefragt, sich aus der Komfortzone zu begeben, sich mit persönlichen und institutionellen Rassismen auseinanderzusetzen, wach und sensibel zu sein sowie dort Rückgrat zu zeigen, wo Bedarf ist. Neben dem Gewinn einer Haltung, winke dann ein echter Wohlfühlort für alle.