„Digitaler Themenmonat gegen Antisemitismus“ - Vorträge, Diskussionen und Filmgespräch

Die Partnerschaften für Demokratie des Kreises Offenbach, der Stadt Heusenstamm und Pfungstadt laden zu dem Themenmonat gegen Antisemitismus ein. Die verschiedenen Online-Formate finden im Monat Juni auf der Plattform „Zoom“ statt.

Antisemitismus in Deutschland ist – nicht erst seit der Corona Pandemie – ein hochaktuelles Thema. Mit dem digitalen Themenmonat gegen Antisemitismus wollen wir uns Perspektiven von der Vergangenheit bis hin in die Gegenwart zuwenden und einen möglichen Ausblick im Umgang mit Antisemitismus in die Zukunft eröffnen.

Die Veranstaltungen befassen sich mit geschichtlichen, pädagogischen sowie wissenschaftlichen Einblicken in das Themenfeld.  Sie bieten die Grundlage sich mit dem Phänomen Antisemitismus und seiner Kontinuität zu befassen. Dabei wird sowohl aufgezeigt, was geschehen ist, als auch, was jede*r von uns tun kann, um sich Antisemitismus im Alltag entgegenzustellen.

Der Themenmonat besteht aus 3 Veranstaltungen jeweils mit der Möglichkeit der anschließenden Diskussion:
10.6.2020 // 17-18:30 Uhr Vortrag „Jüdische Perspektiven auf Antisemitismus. Erkenntnisse aus den neueren Forschungen zum Antisemitismus im Alltag und in den Institutionen“ - Prof. Dr. Julia Bernstein & Projektvorstellung OFEK Hessen.

Im Vortrag werden die Befunde aus den neueren Forschungen im Bereich Antisemitismus an Schulen präsentiert. Besonderer Wert wird auf die Perspektiven der Betroffenen auf Antisemitismus im Alltag und im schulischen Bereich gelegt. Darüber hinaus werden die ersten Erkenntnisse in Bezug auf die Rezeption des Antisemitismus bei den Lehrkräften im Schulsystem dargestellt und interpretiert. Anschließend wird sich „OFEK e.V.“ und das Projekt „OFEK Hessen – Community basierte Interventionen“ vorstellen, das verschiedene Beratungsformate im Umgang mit Antisemitismus anbietet.

17.6.2020 // 17-18:30 Uhr Vortrag "Antisemitismus und Corona" -  Jonas Fedders
Verschwörungstheorien und antisemitische Legenden über „die Juden“ erleben gegenwärtig neuen Aufschwung. Grund genug, einen Blick auf Geschichte und Theorie der Judenfeindschaft zu werfen. Historisch spannt der Vortrag einen Bogen vom christlich motivierten Antijudaismus des Mittelalters bis zur Entwicklung des modernen Antisemitismus im 19. Jahrhundert. Exemplarisch soll anschließend aufgezeigt werden, mit welchen Motiven und Argumentationslogiken der moderne Antisemitismus damals wie heute operiert(e) und welche verschiedenen Facetten er (insbesondere aufgrund seiner Tabuisierung nach 1945) mittlerweile angenommen hat. Anhand von Beispielen von den derzeit bundesweit stattfindenden „Hygienedemonstrationen“ gegen die Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie soll schließlich aufgezeigt werden, wie der Antisemitismus als Welterklärungsmodell gerade in Krisenzeiten „einfache Antworten“ verspricht.

24.6.2020 // 20-21 Uhr Digitale Filmvorführung „Erhobenen Hauptes – (Über)leben im Kibbuz Ma‘abarot“ mit anschließendem Filmgespräch - Katharina Rhein und Adrian Oeser
Der Film erzählt die Lebensgeschichten von fünf Personen, die zwei Dinge teilen: Sie alle sind als Kinder in Deutschland geboren und aufgewachsen und wurden als Juden und Jüdinnen ab 1933 von den Nazis verfolgt – und sie alle leben im gemeinschaftlich-sozialistisch organisierten Kibbuz Ma‘abarot in Israel. Wann, wie und warum sie dorthin kamen, erzählen sie auf eindrückliche Weise. Wenn sie vom Leben im Kibbuz berichten, spürt man ihre Begeisterung und Leidenschaft. Unter www.docview.org ist der Film jederzeit zu sehen. Wir empfehlen den Film vor dem Filmgespräch anzusehen.

Die Teilnahme an den Online Veranstaltungen ist kostenlos. Zur Anmeldung und bei Rückfragen, kontaktiere/n Sie Cansu Dogan, Koordinierungs- und Fachstelle der Partnerschaft für Demokratie der Stadt Pfungstadt. Den Link zur Teilnahme sowie Informationen zum technischen Ablauf erhalten Sie/erhältst Du nach Eingang der Anmeldung. Bitte senden Sie hierzu eine E-Mail an: cansu.dogan@awo-of-land.de