AUSSTELLUNG: Die Opfer des NSU und die (Nicht-) Aufarbeitung der Verbrechen

Veranstaltungsort: 

Ehemalige Synagoge, Pfungstadt

AUSSTELLUNG - „Die Opfer des NSU und die (Nicht-) Aufarbeitung der Verbrechen“

Eröffnungsvortrag mit Sonja Brasch, NSU Watch Hessen und Tom Sundermann, Journalist, ZEIT online

Organisiert von der Partnerschaft für Demokratie Pfungstadt und der Arbeiterwohlfahrt Kreisverband Offenbach Land e. V.

Ausstellung:
Dienstag, 02.10.2018 bis 26.10.2018 im Stadthaus I, Kirchstraße 12-14, Pfungstadt (während der Öffnungszeiten)

Eröffnungsvortrag:
Dienstag, 02.10.2018, 19:00 Uhr, Alte Synagoge Pfungstadt, Hillgasse 8, Pfungstadt

Der NSU Prozess ist im Juli 2018 zu Ende gegangen. Beate Zschäpe wurde zu lebenslänglicher Haft verurteilt, die vier anderen Angeklagten erhielten Haftstrafen zwischen 2,5 Jahren und 10 Jahren. Die milden Urteile sind für viele Angehörige der Opfer und Prozessbeobachter*innen nicht nachvollziehbar. Die Taten des NSU sind das gravierendste rechtsterroristische Verbrechen nach Ende des zweiten Weltkrieges. Der NSU brachte in der Zeit 2000 bis 2011 zehn Menschen, davon neun aus rassistischen Motiven, um und verübte mehrere Anschläge und Überfälle. Die Aufarbeitung dieser Verbrechen im NSU Prozess, die gesellschaftlichen Strukturen, die den NSU über Jahre mitermöglicht haben und die Forderung der Angehörigen der Opfer, keinen Schlussstrich zu ziehen, thematisiert der Journalist Tom Sundermann in seinem Vortrag. Sonja Brasch von NSU Watch Hessen hat die letzten 4 Jahre den hessischen Untersuchungsausschuss kritisch begleitet. Sie wird in ihrem Vortrag Aufarbeitungslücken und Unklarheiten in Bezug auf den hessischen NSU-Mord an Halit Yozgat aufzeigen, als auch auf den spezifischen Umgang des hessischen Verfassungsschutzes mit dem Fall Andreas Temme und der Geheimhaltung der Akten für die nächsten 120 Jahre eingehen.
Im Anschluss an den Vortrag gibt es Raum für Fragen und Diskussion.
Zur Ausstellung „Die Opfer des NSU und die Aufarbeitung der Verbrechen“:        
Die Ausstellung wurde in den Jahren 2012 und 2013 von Birgit Mair im Auftrag des Instituts für sozialwissenschaftliche Forschung, Bildung und Beratung (ISFBB) e. V. erstellt.
Seit dem Frühjahr 2018 liegt die Ausstellung in aktualisierter Form vor. Sie setzt sich mit den Verbrechen des NSU in den Jahren 1999 bis 2011 sowie der gesellschaftlichen (Nicht) Aufarbeitung nach der Selbstenttarnung der neonazistischen Terrorgruppe im November 2011 auseinander. Die Ausstellung besteht aus zwei Teilen. Teil I setzt sich mit den Opfern des NSU auseinander und stellt sie vor, Teil II setzt sich mit dem NSU Netzwerk, den Verbindungen zu staatlichen Behörden wie Polizei und Verfassungsschutz und den Biographien der Verurteilten Terrorist*innen auseinander.

Teil 1 der Ausstellung wird vom 02.10.2018 bis zum 15.10.2018 – der zweite Teil der Ausstellung vom 15.10.2018 bis zum 26.10.2018 zu sehen sein.

Veranstaltungsdatum: 

Dienstag, 2. Oktober 2018 - 19:00