Frankensteiner Mühle und Büchner-Villa

Frankensteiner Mühle - Sehenswürdigkeit Pfungstadt
Frankensteiner Mühle

Wilhelm Büchner, ein jüngerer Bruder des Dichters und Schriftstellers Georg Büchner, kaufte 1845 die Frankensteiner Mühle und richtete dort seine 1842 zusammen mit Dr. Hermann Wilckens in Darmstadt gegründete Ultramarinfabrik ein. Neben Ultramarin produzierte man auch Lacke, Firnisse und künstliches Elfenbein. Als die Partnerschaft mit Dr. Wilckens 1848 beendet wurde, betrieb Büchner das Unternehmen alleine unter dem Namen „Wilhelm Büchner“ weiter.
Büchner, der im Obergeschoss der Mühle mit seiner Familie wohnte, plante bereits 1860 eine Villa für Wohn- und Repräsentationszwecke. Zur Grundsteinlegung kam es drei Jahre später und 1864 zog die Familie in die neuen Räume ein. Im Erdgeschoss befanden sich neben dem Arbeitszimmer die repräsentativen Zimmer für den Empfang von Gästen und Feierlichkeiten. Das Obergeschoss war der Wohnbereich für die Familie.
Nach dem Tod Wilhelm Büchners 1892 und der Schließung der Ultramarinfabrik im selben Jahr verpachtete seine Witwe Elisabeth und sein Sohn Ernst die Gebäude an verschiedene Gewerbebetriebe. Bis zu ihrem Tod 1908 wohnte Elisabeth weiter in der Villa.
1933 zog der Reichsarbeitsdienst in die Frankensteiner Mühle, in Pfungstadt auch „Herrenhaus“ genannt, in die Villa ein. Auch Zwangsarbeiter wurden im Zweiten Weltkrieg auf dem Gelände untergebracht.
Zwischen 2005 und 2010 wurde die Villa saniert und restauriert. Heute ist das Erdgeschoss der Villa für kulturelle Veranstaltungen und für Hochzeiten zu mieten.