Kein neues Baugebiet in Eschollbrücken – der Bauausschussvorsitzende stellt richtig

Am 29.06.19 war im Darmstädter Echo zu lesen, ein Investor wolle in Eschollbrückens Westen, auf 4 bis 5 ha, bis zu 250 Wohneinheiten bauen, scheitere mit diesem Vorhaben jedoch an der Stadtverwaltung.

Ein Bebauungsplan für diesen Bereich, der die städtebauliche Planung regelt, existiert aktuell nicht. Ein solcher wird i.d.R. aus dem Flächennutzungsplan entwickelt.
In Eschollbrücken ist im aktuell gültigen sowie im beschlossenen neuen, aber nicht genehmigten Flächennutzungsplan, ein Baugebiet westlich von „Am alten Pfarrhof“ vorgesehen. In der Prioritätenplanung der Stadtverordnetenversammlung steht das Gebiet wegen diverser Schwierigkeiten (Geruch von Kläranlage und Kompostierung, Lärm von neuer Umgehungsstraße) jedoch an hinterer Position.

Aktuell kein Baurecht.
Einen Bebauungsplan neu aufzustellen dauert 3-5 Jahre und kann noch mehr Zeit beanspruchen, wenn, wie im Falle Eschollbrücken, zusätzliche Gutachten angefordert werden müssen. Ein Bebauungsplan ist zwingend notwendig, um Baurecht zu schaffen.

Zudem besteht der in der Presse genannte Grundsatzbeschluss zur Vermeidung von Bodenspekulationen, der vorsieht, dass neue Baugebiete durch die Stadt nur dann auszuweisen sind, wenn sich die Flächen möglichst vollständig in städtischem Besitz befinden. Ist dies nicht der Fall, wird ein sogenanntes Umlageverfahren durchgeführt.
Das Ausweisen neuer Baugebiete bedarf einer fundierten und sorgfältigen Planung und somit eines entsprechenden zeitlichen Vorlaufes. So einfach, wie der Investor und auch der Ortsvorsteher es darstellen, funktioniert es leider nicht.

Wie auf 3,1 ha, 250 Wohneinheiten gebaut werden sollen, wenn auf  2,4 ha am Schelmsberg nur 53 Wohneinheiten geplant sind, erschließt sich mir zudem auch nicht.

Wolf Edelmann

Stadtverordnetenversammlung der Stadt Pfungstadt
Ausschuss Stadtplanung, Bauen und Umwelt
Dr. Wolf Edelmann
Ausschussvorsitzender