„Erschreckend erkenntnisreich“ – Vortrags- und Diskussionsrunde zur Entstehung rechtspopulistischer Einstellungen, Partnerschaft für Demokratie Pfungstadt

Am Montag, den 4. November 2019, fanden sich 30 interessierte Besucherinnen und Besucher in der Säulenhalle des Historischen Rathauses ein, um mit dem Autor und Publizist Andreas Kemper über die Entstehung rechtspopulistischer Einstellungen zu sprechen.

Kemper sprach im Rahmen der „kleinen Demokratiekonferenz“ der Partnerschaft für Demokratie Pfungstadt über die verschiedenen Faktoren, die die Entstehung rechtspopulistischer Haltungen und Meinungen begünstigen und erläuterte diese anhand praktischer Beispiele und Biografien, wie denen der führenden AfD-Köpfe Höcke und Meuthen. „Erschreckend erkenntnisreich“, resümierte eine der Anwesenden.

Dabei richtete der Publizist besonderes Augenmerk auf das Zusammenwirken von verschiedenen Diskriminierungskategorien wie „Geschlecht“, „Rasse“ und „Klasse“, die insbesondere in der menschenverachtenden Ideologie der „Neuen Rechten“ eine entscheidende Rolle spielen.

Rechtspopulismus propagiert verschiedene Ungleichwertigkeitskategorien. Die Gründe für die Entstehung von rechtspopulistischen Einstellungen sind so bedrückend wie vielfältig, sie können durch autoritäre Strukturen in der Familie verursacht, von Modernisierungsängsten beeinflusst oder durch das soziale Umfeld bedingt werden. Das alles zeigt: Es gibt keine simple Erklärung für das komplexe Phänomen des Rechtspopulismus. Umso breiter aufgestellt müssen die Strategien gegen diesen sein.

Einen besonderen Fokus legte Kemper auf die Sprache der „Neuen Rechten“, die vermehrt mit Bildern arbeitet und dadurch viele Menschen auf einer emotionalen Ebene erreichen und für die eigenen Zwecke missbrauchen will.  

Im Anschluss an den Vortrag gab es einen regen Austausch zum Thema „Verbindungen von staatlichen Akteur*innen, wie Polizei, Verfassungsschutz und Bundeswehr, in rechte Strukturen“ sowie zu wirkungsvollen Gegenstrategien im Umgang mit Rechtspopulismus. Dabei wurde insbesondere die immense Bedeutung von menschenrechtsorientierter Bildung, vor allem bei Kindern und Jugendlichen, intensiv diskutiert.

Die Partnerschaft für Demokratie Pfungstadt wird sich auch in 2020 voller Kraft und Überzeugung, inhaltlich und öffentlichkeitswirksam, für eine solidarische und vielfältige Gesellschaft und gegen jede Form von Extremismus einsetzen. Hierfür benötigen wir Ihre Unterstützung.

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