Aktuelles aus dem Stadtwald Pfungstadt

Die Stadt Pfungstadt besitzt über 1.000 Hektar Wald und ist einer der größten kommunalen Waldbesitzer im Landkreis Darmstadt-Dieburg.
Viele Bürgerinnen und Bürger aus Pfungstadt und der Umgebung besuchen diesen Wald in ihrer Freizeit zur Erholungssuche. Bürgermeister Baier bezeichnet den Wald auch als einen großen Erholungspark. Neben der Erholungsfunktion hat dieser Wald auch eine Schutz- und Nutzfunktion. Die Betreuung des Waldes erfolgt von Hessen-Forst (Forstamt Darmstadt, Revierförsterei Pfungstadt). Seit vielen Jahren bezuschusst die Stadt Pfungstadt die Arbeiten in ihrem Stadtwald, da diese aufgrund der schwierigen Ausgangsbedingungen nicht vollständig durch wirtschaftlichen Ertrag des Waldes gedeckt werden können.  Um die geplanten und auch durchzuführenden Arbeiten und Maßnahmen im Stadtwald den Pfungstädter Bürgern zu veranschaulichen, soll nun mehrmals im Jahr in der „Pfungstädter Woche“ über aktuelle Arbeiten und Neuigkeiten im Stadtwald  berichtet werden. Auf diese Weise wollen meine kommunalen Forstwirte und ich die zahlreichen Erholungssuchenden intensiver über ihren Stadtwald und den damit verbundenen Arbeiten  informieren und somit auch das Verständnis dafür wecken.

Bodenverwundungsmaßnahmen im Pfungstädter Stadtwald
Im Februar 2013 wurde in den Abteilungen 36, 39 und 43 im Pfungstädter Stadtwald (Bereich zwischen der Bahnlinie und der A5) der Waldboden mit einer sogenannten Rodungsfräse bearbeitet. Dafür wurden gezielt Waldbereiche ausgewählt, in welchen durch die Kronen der noch stehenden alten Kiefern viel Licht auf den Waldboden fällt. Wie auf der Abbildung ersichtlich, war der Boden in den ausgewählten Bereichen mit einem schwer durchdringlichen „Brombeerteppich“ überzogen. Durch die Fräsarbeiten sollen die Brombeeren zurückgedrängt und eine sogenannte Naturverjüngung initiiert werden. Naturverjüngung bedeutet, dass die stehenden Alt-Bäume (im konkreten Fall Waldkiefern) sich selbst vermehren und keine kostenintensiven Pflanzarbeiten erforderlich sind. Wenn es im März/April warm wird, kann man im Kiefernwald in den Baumkronen oft ein Knacken hören. Die Frühjahrssonne verursacht ein Öffnen der Kiefernzapfen. Die leichten Samen der Kiefern fallen aus diesen heraus und werden durch den Wind einige Meter weggetragen. Wenn diese Samen nun auf den vorbereiteten Erdboden fallen, erhoffen wir uns, dass diese dort keimen und die vitalsten Pflanzen den zukünftigen Waldbestand bilden. Da die Kiefer gegenüber anderen Pflanzen nicht sehr konkurrenzstark ist, haben die Samen in dem zuvor vorgefundenen Brombeerdickicht hierzu keine Möglichkeit. Sollte sich herausstellen, dass die Brombeere trotz der Bodenbearbeitung wieder stark austreibt, besteht die Überlegung, der Natur unter die Arme zu greifen und die Flächen im Jahr 2014 zu bepflanzen.

Jörg Kaffenberger (Revierförsterei Pfungstadt)

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