• Vergrössern
  • Verkleinern
  • Normal

Aktueller Zoom: 100%

Stadtchronik


Weitere Informationen zur Stadtchronik finden Sie auf der Homepage des Stadtarchiv Pfungstadt



Die bis dahin selbständige Gemeinde Hahn gliederte sich 1972 in die Stadt Pfungstadt ein, 1977 wurde Eschollbrücken mit seinem Ortsteil Eich - seit 1972 zu Eschollbrücken gehörig - im Zuge der Gebietsreform zu einem weiteren Stadtteil. Dies ist ein wesentlicher Grund für das Wachstum der Stadt, denn innerhalb von 5 Jahren stieg - statistisch gesehen - die Bevölkerung von 17 200 auf über 23 000 Einwohner. In den 70er Jahren erfolgte - neben zahlreichen anderen großen Investitionen der Stadt, die hier nicht alle einzeln aufgeführt werden können -, der Bau des Sport- und Freizeitzentrums Süd. Aus dieser Zeit datiert auch die Partnerschaft mit der englischen Stadt Retford.



Der Befreiung durch die amerikanischen Truppen im März/April 1945 folgte die Zeit des Wiederaufbaus. Zunächst galt es, die Lebensmittelversorgung zu sichern und über 2500 Flüchtlinge und Obdachlose mit Wohnraum und Arbeit zu versorgen. Die vielen Menschen wurden bei Einwohnern und in Notlagern untergebracht. Mit der Währungsreform 1948 setzte ein kontinuierlicher Aufschwung ein, neue Industriebetriebe siedelten sich in Pfungstadt an und der Wohnungsbau wurde verstärkt gefördert. Anfang der 50er Jahre begann die gemeinnützige Wohnungsbaugenossenschaft entlang der Freiligrathstraße und der Bürgermeister-Lang-Straße neue Wohnungen zu errichten, es folgten neue Siedlungen im Norden der Stadt. In den 60er Jahren mussten viele der alten Gebäude in der Innenstadt modernen Gebäuden weichen. Unter anderem mit dem Bau der Volksbank in der Borngasse, des Stadthauses in der Kirchstraße und der Kanalisierung der Modau zwischen Kirchmühle und Rathaus verlor das Zentrum der Stadt einen großen Teil seiner historischen Bausubstanz.



Die Zeit des Nationalsozialismus brachte den vielen Arbeitslosen der Stadt zwar Arbeit beim Bau der Autobahn Frankfurt-Mannheim, bei der großangelegten Riedentwässserung oder in der Munitionsanstalt, gleichzeitig setzte aber auch die Zeit der Verfolgung und des Terrors ein. Dies betraf nicht nur die politisch Andersdenkenden, die den Folterungen und Diskriminierungen der neuen Machtinhaber ausgesetzt waren, sondern auch die jüdische Gemeinde, deren Mitglieder entweder das Land noch verlassen konnten oder aber in Konzentrationslagern umgebracht wurden. Zeugnis des ausgelöschten jüdischen Lebens in der Stadt gibt die noch erhaltene, in der Mitte des 19. Jahrhunderts eingerichtete Synagoge in der Hillgasse 8, die seit 2001 als Kulturzentrum der Öffentlichkeit zugänglich ist.


Seiten